Commodore 1541: Das Herzstück der C64-Datenspeicherung

Das Standard-Diskettenlaufwerk des Commodore 64 war die legendäre 1541 – ein eigenständiger kleiner Computer, der Daten auf 5¼″-Disketten speicherte und für viele Nutzer das Tor zu komplexeren Programmen und Spielen öffnete.


📀 Überblick

  • Modell: Commodore 1541 (erschienen 1982)
  • Medium: 5¼″-Disketten, einseitig beschreibbar
  • Kapazität: ca. 170 KB brutto, nutzbar etwa 165 KB
  • Besonderheit: Das Laufwerk besaß einen eigenen 6502-Prozessor und ein abgespecktes Betriebssystem (CBM DOS v2.6). Damit war es mehr als nur ein Peripheriegerät – es arbeitete eigenständig und kommunizierte über die serielle IEC-Schnittstelle mit dem C64.

⚙️ Technik und Eigenheiten

  • Zone Bit Recording: Unterschiedliche Spurbreiten erlaubten mehr Daten auf äußeren Spuren.
  • GCR-Kodierung: Daten wurden in spezielle 10-Bit-Werte umgewandelt, um sie zuverlässig zu speichern.
  • SAVE @-Bug: Ein berüchtigter Fehler im DOS konnte beim Überschreiben von Dateien ganze Disketteninhalte zerstören. Viele Programme nutzten deshalb den „Scratch“-Befehl zum Löschen und anschließenden Neuspeichern.
  • Doppelseitige Nutzung: Mit einem Diskettenlocher konnte man eine zweite Kerbe stanzen, die Diskette umdrehen und weitere 165 KB speichern – ein typischer Hack der 80er.

🔄 Varianten und Nachfolger

Neben der 1541 gab es weitere Modelle:

  • 1541-II: kompaktere Version mit externem Netzteil.
  • 1570/1571: für den C128, mit doppelter Kapazität und besserer Geschwindigkeit.
  • 1581: nutzte 3,5″-Disketten mit deutlich mehr Speicherplatz.

💾 Moderne Alternativen

Heute ersetzen SD2IEC, 1541 Ultimate oder Pi1541 die alten Laufwerke. Sie emulieren die 1541 und speichern Daten auf SD-Karten oder sogar per Raspberry Pi. Damit lassen sich alte Spiele und Programme bequem laden, ohne echte Disketten zu benötigen.


🌐 Verbindung mit dem PC

Mit speziellen Kabeln wie dem X1541 oder XM1541 konnte man die 1541 an den Parallelport eines PCs anschließen. So war es möglich, Disketteninhalte als .d64-Images zu sichern oder zurückzuschreiben – ein wichtiger Schritt für die Archivierung von Retro-Software.


🕹️ Fazit

Das C64-Diskettenlaufwerk war mehr als nur ein Speichergerät – es war ein eigenständiger Computer mit Eigenheiten, Bugs und Tricks, die den Alltag der Heimcomputer-Ära prägten. Heute lebt es in Emulatoren und modernen Ersatzlösungen weiter und bleibt ein ikonisches Stück Computergeschichte.


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