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Aerynos

AerynOS ist eine von Grund auf neu entwickelte Linux-Distribution, die sich nicht als klassische Desktop- oder Server-Distribution versteht, sondern als Plattform für Infrastruktur und automatisierte Systemverwaltung. Sie wurde von Ikey Doherty initiiert, bekannt durch Projekte wie Solus und Clear Linux.


🧱 Architektur und Philosophie

AerynOS verfolgt das Ziel, ein zustandsloses, konsistentes und reversibles Betriebssystem zu schaffen. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Zustandslosigkeit: Pakete dürfen ausschließlich in /usr installieren. Benutzer- und Systembereiche sind strikt getrennt, was Konflikte bei Updates vermeidet.
  • Atomare Updates: Das Paketmanagementsystem Moss erstellt bei jedem Update einen neuen /usr-Baum per Hardlinks und tauscht ihn atomar aus. Updates sind entweder vollständig oder gar nicht wirksam.
  • Reversibilität: Dank der Architektur lassen sich Updates rückgängig machen, ohne das System zu destabilisieren.
  • LLVM statt GNU: AerynOS verwendet die LLVM-Toolchain (libc++, compiler-rt) für bessere Diagnostik und Portabilität, bleibt aber bei glibc für Performance bei Multithread-Anwendungen.

🔧 Technische Besonderheiten

  • Moss Paketmanager: Führt deduplizierte, transaktionale Updates durch.
  • Bootmanagement: Dynamische Kernel-Parameter durch direkte Analyse von Dateisystem-Superblöcken – kein root= nötig.
  • Keine traditionellen Konfigurationspfade: /etc und /var sind strikt vom System getrennt, was saubere Upgrades und einfache Wiederherstellung ermöglicht.

🌐 Bedeutung und Einsatz

AerynOS richtet sich primär an Entwickler, Systemarchitekten und Infrastrukturbetreiber, die auf Konsistenz, Automatisierung und Skalierbarkeit angewiesen sind. Es ist weniger für Endnutzer gedacht, sondern für den Einsatz in komplexen, verteilten Systemlandschaften.


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