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Dateideskriptor

🔍 Begriff: Dateideskriptor

Ein Dateideskriptor (engl. file descriptor) ist ein abstrakter Begriff aus der Informatik, insbesondere aus dem Bereich der Betriebssysteme und der Systemprogrammierung. Er bezeichnet eine eindeutige Kennung, die ein Betriebssystem einem geöffneten Ein-/Ausgabekanal zuweist.


🧠 Technische Bedeutung

  • Ein Dateideskriptor ist eine nicht-negative Ganzzahl, die von Betriebssystemen wie Unix, Linux oder macOS verwendet wird, um geöffnete Dateien, Sockets, Pipes oder Geräte zu identifizieren.
  • Er dient als Referenz für Systemaufrufe wie read(), write(), close(), dup(), etc., um mit dem entsprechenden Objekt zu interagieren.

📁 Standard-Deskriptoren

In Unix-basierten Systemen sind drei Dateideskriptoren standardmäßig definiert:

Deskriptor Name Zweck
0 stdin Standard-Eingabe
1 stdout Standard-Ausgabe
2 stderr Standard-Fehlerausgabe

🛠️ Verwendung

  • Beim Öffnen einer Datei mit open() oder fopen() wird ein Dateideskriptor zurückgegeben.
  • Dieser Deskriptor wird dann für weitere Operationen wie Lesen, Schreiben oder Schließen verwendet.
  • Beispiel in C:
    int fd = open("datei.txt", O_RDONLY);
    read(fd, buffer, sizeof(buffer));
    close(fd);
    

🔒 Sicherheit und Ressourcen

  • Jeder Prozess hat eine begrenzte Anzahl von Dateideskriptoren, die er gleichzeitig verwenden kann.
  • Fehler wie „Too many open files“ entstehen, wenn diese Grenze überschritten wird.
  • Deskriptoren sollten immer geschlossen werden, wenn sie nicht mehr benötigt werden, um Ressourcen freizugeben.

📚 Verwandte Konzepte

  • Dateihandle: Begriff in Windows-Systemen mit ähnlicher Funktion.
  • Socket-Deskriptor: Wird für Netzwerkkommunikation verwendet.
  • Pipe-Deskriptor: Für Interprozesskommunikation.

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