X11, auch bekannt als das X Window System, ist ein Netzwerk-basiertes Fenstersystem für Unix-ähnliche Betriebssysteme. Es stellt die grundlegende Infrastruktur für die grafische Darstellung und Interaktion bereit, wie Fensterverwaltung, Maus- und Tastatureingaben sowie Kommunikation zwischen grafischen Anwendungen.
Entwicklung:
- Ursprünglich entwickelt am MIT in den 1980er-Jahren
- Aktuelle Version: X11, veröffentlicht 1987
- Wartung durch die X.Org Foundation
Merkmale:
- Client-Server-Modell: Anwendungen (Clients) senden ihre grafischen Ausgaben an einen X-Server, der diese auf dem Bildschirm darstellt.
- Netzwerktransparenz: Anwendungen können auf einem entfernten Rechner laufen und die Ausgabe lokal angezeigt werden.
- Modularität: Trennung von Fensterverwaltung, Eingabe und Darstellung.
- Erweiterbarkeit: Unterstützt Erweiterungen wie OpenGL, RandR (Display-Konfiguration), XInput u.v.m.
Komponenten:
- X Server: Verarbeitet Eingaben und steuert die Anzeige.
- Window Manager: Verwaltet Fensterplatzierung und -verhalten (z. B. Metacity, Openbox, i3).
- Toolkit & Libraries: z. B. GTK, Qt, Motif – zur Entwicklung grafischer Anwendungen.
Vorteile:
- Flexibel und bewährt
- Netzwerkfähig
- Große Kompatibilität mit bestehenden Anwendungen
Nachteile:
- Komplexe Architektur mit vielen Abhängigkeiten
- Sicherheitsrisiken durch Netzwerktransparenz
- Eingeschränkte Performance bei modernen Grafiksystemen
Nachfolger:
Wayland wurde als moderner Ersatz für X11 entwickelt, mit dem Ziel, die Architektur zu vereinfachen und die Leistung sowie Sicherheit zu verbessern.
Einsatzgebiete:
- Linux– und UNIX-Desktop-Umgebungen
- Remote-Grafiksysteme
- Wissenschaftliche und industrielle Anwendungen
Webseite & Ressourcen:
https://www.x.org
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