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fstab

Die Datei fstab (File System Table) ist eine zentrale Konfigurationsdatei unter Linux und Unix, die festlegt, welche Dateisysteme beim Systemstart oder manuell eingebunden werden. Sie enthält für jedes Dateisystem Angaben wie Gerät, Mountpunkt, Typ, Optionen und Prüfungsreihenfolge. Dadurch wird das automatische Mounten von Partitionen, Netzwerkdateisystemen oder virtuellen Dateisystemen ermöglicht und die Systemverwaltung deutlich vereinfacht.


Allgemeines

  • Name: fstab (Abkürzung für File System Table)
  • Kategorie: Konfigurationsdatei unter Unix/Linux
  • Dateipfad: /etc/fstab
  • Funktion: Definiert, welche Dateisysteme beim Booten oder manuell eingebunden (gemountet) werden sollen.

Aufbau und Syntax

Die Datei besteht aus Tabellenzeilen, die jeweils ein Dateisystem beschreiben. Jede Zeile hat typischerweise 6 Felder:

  1. Gerät/Quelle – z. B. /dev/sda1, UUID oder Netzwerkpfad
  2. Mountpunkt – Verzeichnis, in das das Dateisystem eingebunden wird (z. B. /, /home, /mnt/data)
  3. Dateisystemtyp – z. B. ext4, xfs, nfs, swap
  4. Optionen – Steuerung des Mount-Verhaltens (z. B. defaults, ro, noexec, user)
  5. Dump – Zahl (0 oder 1), ob das Dateisystem durch das dump-Programm gesichert werden soll
  6. Pass – Zahl, die die Reihenfolge für fsck beim Booten angibt (0 = keine Prüfung)

Beispiel

UUID=1234-ABCD   /       ext4    defaults        0   1
UUID=5678-EFGH   /home   ext4    defaults        0   2
/dev/sdb1        /data   xfs     noatime         0   0

Bedeutung

  • Automatisierung: fstab sorgt dafür, dass Dateisysteme beim Start automatisch eingebunden werden.
  • Flexibilität: Neben lokalen Partitionen können auch Netzwerkdateisysteme (z. B. NFS, CIFS/SMB) oder virtuelle Dateisysteme (z. B. proc, tmpfs) eingetragen werden.
  • Stabilität: Durch die Verwendung von UUIDs oder Labels wird sichergestellt, dass Dateisysteme unabhängig von der Geräte-Reihenfolge korrekt eingebunden werden.

Historisches

  • fstab ist ein klassisches Unix-Konzept und seit den frühen Versionen von Linux und BSD ein zentraler Bestandteil der Systemkonfiguration.
  • Auch wenn moderne Werkzeuge wie systemd.mount-Units existieren, bleibt /etc/fstab weit verbreitet und kompatibel.

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