Open-Source-Software ist nicht automatisch „frei von Bedingungen“. Die jeweilige Lizenz bestimmt, was erlaubt ist – und was nicht. Hier sind die wichtigsten Lizenztypen im Vergleich:
🛡️ 1. Copyleft-Lizenzen
Diese Lizenzen verpflichten dazu, abgeleitete Werke ebenfalls unter derselben Lizenz zu veröffentlichen. Sie schützen die Offenheit der Software langfristig.
- GNU General Public License (GPL) Strenges Copyleft. Änderungen und Weitergaben müssen ebenfalls unter GPL stehen. Quellcode muss offengelegt werden. ➤ Ideal für Projekte, die Offenheit erzwingen wollen.
- GNU Affero General Public License (AGPL) Netzwerk-Copyleft. Erweiterung der GPL für Webanwendungen: Auch bei Bereitstellung über das Internet muss der Quellcode veröffentlicht werden. ➤ Häufig bei Cloud-Software wie Nextcloud.
🧩 2. Schwaches Copyleft
Erlaubt mehr Flexibilität bei der Einbindung in proprietäre Software, solange bestimmte Teile offen bleiben.
- GNU Lesser General Public License (LGPL) Bibliotheken dürfen in proprietäre Software eingebunden werden, ohne dass die gesamte Anwendung unter LGPL stehen muss. ➤ Beliebt für technische Komponenten.
🆓 3. Permissive Lizenzen
Sehr frei – erlauben auch die Integration in proprietäre Software ohne Offenlegungspflicht.
- MIT License Minimalistische Lizenz: erlaubt fast alles, solange der Lizenztext erhalten bleibt. ➤ Ideal für Entwickler, die maximale Freiheit bieten wollen.
- Apache License 2.0 Ähnlich wie MIT, aber mit zusätzlichem Patentschutz. ➤ Häufig bei großen Projekten wie Android oder Kubernetes.
- BSD License (2- oder 3-Klausel) Sehr ähnlich zur MIT-Lizenz, mit optionalen Einschränkungen zur Namensnutzung. ➤ Beliebt im akademischen Umfeld.
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