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FPGA

🔹 Allgemeines

  • FPGA (Field Programmable Gate Array): Ein integrierter Schaltkreis, der nach der Herstellung vom Benutzer programmiert werden kann. FPGAs bestehen aus logischen Blöcken und Verbindungsstrukturen, die individuell konfiguriert werden können.

🔹 Grundkomponenten

  • Logikblöcke: Bestehen aus Look-Up Tables (LUTs), Flip-Flops und Multiplexern – sie bilden die Basis für digitale Logik.
  • Routing: Konfigurierbare Verbindungen zwischen Logikblöcken.
  • I/O-Blöcke: Schnittstellen für externe Kommunikation (z. B. GPIO, LVDS).
  • Block RAM (BRAM): Interner Speicher für Daten und Zwischenergebnisse.
  • DSP-Blöcke: Spezialisierte Einheiten für mathematische Operationen (z. B. Multiplikation).

🔹 Programmiersprachen

  • VHDL (VHSIC Hardware Description Language): Hardwarebeschreibungssprache für FPGA-Designs.
  • Verilog: Eine weitere weit verbreitete Sprache zur Beschreibung digitaler Schaltungen.
  • SystemVerilog: Erweiterung von Verilog mit zusätzlichen Features für Simulation und Test.

🔹 Entwicklung & Tools

  • HDL (Hardware Description Language): Sprache zur Beschreibung von Schaltungen.
  • Synthesis: Umwandlung von HDL-Code in logische Gatter.
  • Place & Route: Zuweisung von Logikblöcken und Verbindungen im FPGA.
  • Bitstream: Binäre Datei, die das FPGA konfiguriert.
  • JTAG: Schnittstelle zur Programmierung und Diagnose von FPGAs.

🔹 Hersteller

  • Xilinx (jetzt AMD): Marktführer mit Produkten wie Spartan, Artix, Kintex, Virtex und Zynq.
  • Intel (ehemals Altera): Hersteller von Cyclone, Arria und Stratix FPGAs.
  • Lattice Semiconductor: Anbieter von stromsparenden und kleinen FPGAs.
  • Microchip (ehemals Microsemi): Fokus auf sicherheitskritische und robuste Anwendungen.

🔹 Anwendungsbereiche

  • Signalverarbeitung: Echtzeitverarbeitung von Audio, Video und Sensor-Daten.
  • Kommunikation: Implementierung von Protokollen wie Ethernet, PCIe, USB.
  • Industrie & Automatisierung: Steuerungssysteme, Motorregelung, Robotik.
  • Luft- und Raumfahrt: Zuverlässige, rekonfigurierbare Hardware für kritische Systeme.
  • KI & ML: Beschleunigung von neuronalen Netzwerken und Inferenz.
  • Bildverarbeitung: Echtzeit-Analyse von Kameradaten.

🔹 Vorteile

  • Flexibilität: Nachträgliche Anpassung der Hardwarelogik.
  • Parallelität: Hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit durch parallele Ausführung.
  • Echtzeitfähigkeit: Ideal für zeitkritische Anwendungen.
  • Hardwarebeschleunigung: Schneller als Softwarelösungen auf CPUs.

🔹 Nachteile

  • Komplexität: Erfordert tiefes Verständnis von digitaler Logik.
  • Kosten: Höher als bei Mikrocontrollern, besonders bei großen FPGAs.
  • Stromverbrauch: Kann höher sein als bei ASICs oder Mikrocontrollern.

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