Wayland ist ein modernes Display-Server-Protokoll für Linux und andere Unix-ähnliche Betriebssysteme. Es wurde als Ersatz für das ältere X11-Protokoll entwickelt und soll eine einfachere, sicherere und effizientere Kommunikation zwischen Anwendungen und der Grafikausgabe ermöglichen.
Entwicklung:
- Projektstart: ca. 2008
- Hauptentwickler: Kristian Høgsberg
- Aktive Weiterentwicklung durch die Community und Organisationen wie freedesktop.org
Merkmale:
- Client-Server-Modell: Anwendungen (Clients) kommunizieren direkt mit dem Compositor (Server), der für die Darstellung zuständig ist.
- Compositor-zentriert: Der Compositor übernimmt die Aufgaben des Fenstermanagements und der Eingabeverarbeitung.
- Keine direkte Zeichnung: Anwendungen zeichnen nicht direkt auf den Bildschirm, sondern übermitteln ihre Inhalte an den Compositor.
- Sicherheit: Bessere Isolierung zwischen Anwendungen, z. B. keine ungewollten Eingabeabgriffe.
- Performance: Geringere Latenz und effizientere Grafikausgabe durch moderne Architektur.
Bekannte Compositoren:
- Weston – Referenzimplementierung von Wayland
- Mutter – GNOME Shell
- KWin – KDE Plasma
- Sway – Wayland-basierter i3-Ersatz
Vorteile gegenüber X11:
- Einfachere Architektur
- Bessere Unterstützung für moderne Grafiktechnologien (z. B. GPU-Beschleunigung)
- Verbesserte Sicherheit und Stabilität
- Weniger Overhead und bessere Performance
Herausforderungen:
- Noch nicht alle Anwendungen und Desktop-Umgebungen sind vollständig kompatibel
- Einige Funktionen (z. B. Bildschirmfreigabe, Remote-Desktop) benötigen spezielle Lösungen
Einsatzgebiete:
- Moderne Linux-Desktop-Umgebungen
- Embedded-Systeme mit grafischer Oberfläche
- Systeme mit Fokus auf Sicherheit und Performance
Webseite & Ressourcen:
https://wayland.freedesktop.org
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