Commodore Datasette: Das Kassettenlaufwerk der Heimcomputer-Ära

Das Commodore-Kassettenlaufwerk, auch „Datasette“ genannt, war in den 1980er Jahren das Standard-Speichermedium für viele Heimcomputer von Commodore. Es nutzte handelsübliche Audiokassetten, um Programme und Daten zu speichern – langsam, aber günstig und für Einsteiger ideal.


📼 Ursprung und Bedeutung

  • Die Commodore Datasette (Modelle wie C2N/1530 und 1531) erschien ab 1978 und wurde mit Computern wie dem VC-20, C64, C128 oder der Plus/4-Serie genutzt.
  • Der Name ist ein Kunstwort aus Data und Cassette.
  • Sie war eine preiswerte Alternative zu den teuren Diskettenlaufwerken, die damals mehrere Hundert Dollar kosteten.

⚙️ Technik und Funktionsweise

  • Anschluss über einen speziellen 12-poligen Port (später Mini-DIN bei der 1531).
  • Speicherung erfolgte linear: Daten wurden als Tonsignale auf das Band geschrieben.
  • Speicherkapazität: ca. 100 kB pro 30 Minuten Kassette im Standardformat; mit Ladebeschleunigern wie Turbo Tape bis zu 1 MB.
  • Geschwindigkeit: etwa 60–70 Bytes pro Sekunde, mit Schnellladern bis zu zehnmal schneller.
  • Der Rechner konnte den Motor der Datasette per Software steuern und erkennen, ob eine Taste gedrückt war – ein Komfort, den normale Musikrekorder nicht boten.

🎮 Alltag mit der Datasette

  • Spiele und Programme wurden oft mit Zählerständen auf den Kassettencovern notiert, damit man die richtige Bandstelle schneller fand.
  • Das Laden eines Spiels konnte mehrere Minuten dauern – ein Abenteuer für sich.
  • Viele Nutzer nutzten normale Musikkassetten, da spezielle Datenkassetten teuer waren.

🚀 Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Sehr günstig und weit verbreitet.
  • Robust und einfach zu bedienen.
  • Für Einsteiger ein leichter Einstieg in die Computerwelt.

Nachteile:

  • Langsame Ladezeiten (ein Spiel konnte 5–10 Minuten brauchen).
  • Lineare Speicherung: man musste mühsam vorspulen, um Programme zu finden.
  • Mit dem Aufkommen günstiger Diskettenlaufwerke verlor die Datasette schnell an Bedeutung.

🕰️ Vermächtnis

Die Commodore-Datasette war für viele Heimcomputer-Fans der erste Kontakt mit digitaler Datenspeicherung. Sie steht heute als Symbol für die Pionierzeit der Heimcomputer, in der Geduld und Kreativität gefragt waren. Trotz ihrer technischen Grenzen prägte sie eine ganze Generation von Computeranwendern und bleibt ein nostalgisches Kultobjekt.


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