Die Linux-Verzeichnisstruktur verstehen

Die Linux-Verzeichnisstruktur ist das Fundament jedes Linux-Systems. Sie bestimmt, wo Dateien abgelegt werden, wie Programme auf Ressourcen zugreifen und wie Benutzer ihre Daten organisieren. Anders als bei Windows, wo Laufwerke mit Buchstaben wie C:\ oder D:\ beginnen, basiert Linux auf einer einheitlichen Baumstruktur, die mit dem Wurzelverzeichnis / startet. Dieses Tutorial erklärt die wichtigsten Verzeichnisse, ihre Aufgaben und typische Inhalte, sodass du dich sicher im Dateisystem bewegen kannst.


Das Wurzelverzeichnis /

Das Wurzelverzeichnis ist der Ausgangspunkt aller Pfade. Jede Datei und jedes Verzeichnis im System hängt hierarchisch unterhalb von /.


Wichtige Verzeichnisse im Überblick

  • /bin Enthält grundlegende ausführbare Programme (Binaries), die für den Systemstart und die tägliche Nutzung notwendig sind, z. B. ls, cp, mv.

  • /sbin Speichert Systemprogramme für die Administration, wie shutdown oder mkfs. Diese Befehle sind meist nur für den Administrator (root) relevant.

  • /etc Das zentrale Konfigurationsverzeichnis. Hier liegen Dateien wie passwd (Benutzerverwaltung) oder Netzwerkeinstellungen.

  • /home Jeder Benutzer erhält hier sein persönliches Verzeichnis, z. B. /home/markus. Es dient als Speicherort für Dokumente, Downloads und persönliche Konfigurationen.

  • /root Das Home-Verzeichnis des Systemadministrators (root).

  • /usr Enthält Programme und Bibliotheken, die nicht für den Systemstart notwendig sind. Unterordner wie /usr/bin oder /usr/lib sind besonders wichtig.

  • /var Speichert veränderliche Daten wie Logdateien (/var/log), temporäre Mails oder Datenbanken.

  • /tmp Ein Verzeichnis für temporäre Dateien. Inhalte werden oft beim Neustart gelöscht.

  • /dev Hier befinden sich Gerätedateien, die Hardware oder virtuelle Geräte repräsentieren, z. B. Festplatten (/dev/sda) oder USB-Sticks.

  • /opt steht für „optional“ und dient als Installationsort für zusätzliche Softwarepakete, die nicht Teil des Standardbetriebssystems sind. Hier landen oft kommerzielle Programme oder große Anwendungen, die ihre eigenen Unterverzeichnisse mit Binärdateien, Bibliotheken und Konfigurationsdateien mitbringen. Beispiel: Wenn du z. B. Google Chrome manuell installierst, könnte es unter /opt/google/chrome/ abgelegt werden.

  • /proc Ein virtuelles Dateisystem, das Informationen über laufende Prozesse und den Kernel bereitstellt.

  • /lib Enthält wichtige Bibliotheken, die Programme aus /bin und /sbin benötigen.

  • /mnt und /media Dienen als Einhängepunkte für externe Laufwerke oder Partitionen.

Fazit

Die Linux-Verzeichnisstruktur ist logisch aufgebaut und folgt klaren Regeln. Wer die Aufgaben der einzelnen Verzeichnisse kennt, kann Probleme schneller lösen, Systeme effizient verwalten und sich sicher im Terminal bewegen.